Kennen Sie das? Vor einem wichtigen Termin haben Sie Herzrasen, immer öfter bekommen Sie Schweißausbrüche in Meetings und in letzter Zeit machten sich vor Beginn des Arbeitstags wiederholt Gefühle der Überforderung bei Ihnen breit?

Dann leiden Sie höchstwahrscheinlich unter Stress.

Grundlegend ist dies eine ganz normale Reaktion Ihres Körpers auf äußere Anforderungen. Sind Sie diesen nicht gewachsen oder bewerten Sie unterbewusst diese als negativ, erleben Sie in der Folge die Ihnen bereits bekannten Stresssymptome.

Vergleichen wir es mit einem Muskel. Wenn dieser untrainiert ist, empfindet er ein moderates Training als anstrengend. Muskelkater ist die Folge. Ist der Muskel allerdings trainiert, bewältigt er die gleiche Belastung ohne jegliche Folgeerscheinungen. Der Muskel ist gegenüber der auf ihn ausgeübte Belastung widerstandsfähig.

In Bezug auf Stress spricht man hier anstelle von Widerstandsfähigkeit auch von Resilienz.

Wie trainieren Sie nun Ihre Resilienz, um auf den wichtigen Termin, die Meetings und den Arbeitstag gelassen zu reagieren, anstatt von Stresssymptomen geplagt zu sein?

Hierzu möchte ich Ihnen drei wirksame Tipps an die Hand geben.

 

Lernen Sie, was Sie verlernt haben

 

Als Kinder haben wir die Welt voller Neugier, Freude und Tatendrang wahrgenommen. Wir konnten es kaum erwarten, morgens aufzustehen und den Tag zu beginnen. Es gab so viele interessante Dinge zu entdecken und es nahm kein Ende.

Dies haben wir aber im Laufe unseres Lebens verlernt. Die gute Nachricht:

Was Sie jedoch einmal konnten, können Sie wieder lernen, indem Sie sich daran erinnern. Klick um zu Tweeten

Ihre Aufgabe: Erinnern Sie sich an eine Situation aus Ihrer Kindheit, die Ihnen richtig Freude bereitet hat. Waren es die Streiftouren durch den nahegelegenen Wald, ein bestimmtes Spiel oder eine andere Tätigkeit, die Sie sehr gerne taten? Begeben Sie sich in Gedanken in diese Situation zurück und schreiben Sie sich fünf Punkte auf, die Ihnen spontan dazu einfallen.

Nun überlegen Sie, wie Sie etwas davon in Ihr heutiges Leben einbauen können und nehmen Sie sich etwas davon mit an Ihren Arbeitsplatz.

Ein Beispiel: Wenn Sie gerne mit Ihren Freunden durch den Wald gestreift sind, dann suchen Sie nach einem Foto von damals, oder schneiden Sie ein passendes Bild aus einer Zeitschrift aus, welches Sie an diese Situation erinnert. Stellen Sie es sich auf den Schreibtisch. Dies bewirkt die Ausschüttung sogenannter Glückshormone (Dopamin, Serotonin und verschiedene Endorphine), weckt in Ihnen positive Gefühle und wirkt somit Ihrem Stress entgegen.

Und vergessen Sie nicht, am Wochenende eine „Streiftour“ durch den Wald zu machen!

 

Übernehmen Sie wieder das Ruder in Ihrem Leben

 

Ein provokanter Titel, das gebe ich zu. Es ist damit auch nicht gemeint, dass Sie beginnen, anderen zu sagen, was sie tun oder lassen sollen (das tun Sie ohnehin schon als Führungskraft). Es ist damit gemeint, dass Sie das Ruder in Ihrem eigenen Leben übernehmen. Führen Sie wieder – und zwar sich selbst. Dazu gehören klare Entscheidungen zu Ihrer persönlichen Lebensbalance. Sie bestimmen, wie viel Sie arbeiten, weil nur Sie allein wissen, was Ihnen gut tut.

Ok, Sie fühlen sich oft gar nicht? Gut. Das können Sie wieder lernen. Mittels Autogenem Training, Progressiver Muskelentspannung oder Meditationstechniken lernen Sie, Schritt für Schritt wieder den Zugang zu Ihren Empfindungen zu gewinnen. Mit diesem Zugang fällt es Ihnen zunehmend leichter, wahrzunehmen, wann wie viel genug ist.

Grundlegend sollten Sie verstehen, dass nur Sie selbst für sich selbst verantwortlich sind und überhaupt sein können. Übernehmen Sie diese Verantwortung und führen Sie dann andere gemäß Ihrem guten Beispiel. Ihre Gesundheit und Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken.

 

Programmieren Sie sich auf Erfolg

 

Verwandeln Sie Stress in pure Energie! Wie das geht? Dadurch, dass Sie Ihren Stress einfach austricksen.

Dazu brauchen Sie realistische Zielvorstellungen.
Nehmen Sie sich zur Planung Ihrer Ziele einmal im Monat Zeit. Machen Sie eine Bestandsaufnahme Ihrer erreichten Ziele und planen Sie auf dieser Grundlage die nächsten Ziele oder korrigieren Sie Ihre bestehende Planung.

Machen Sie es sich zum Grundsatz: Glauben Sie an das, was Sie können.
Schreiben Sie sich einmal 50 Ihrer Fähigkeiten auf (es reicht nicht, diese im Geiste aufzuzählen). Dann lesen Sie sich diese Liste laut vor und feiern sich. Sie werden merken, dass Sie viel mehr Herausforderungen gewachsen sind, als Sie bisher dachten.

Reagieren und handeln Sie kontrolliert.
Einfacher gesagt als getan? Schreiben Sie sich einmal Ihre grundlegenden Werte und Prinzipien auf. Wenn Sie mit sich selbst im Klaren sind, strahlen Sie das auch auf Ihre Umwelt aus, die Sie dann (gefühlt) weniger herausfordern wird. Eignen Sie sich eine täglich Meditationsroutine an. Sie wird Sie emotional ausgleichen, sodass Sie zwischen „Angriff“ und Ihrer Reaktion genug Abstand haben, um überlegt zu reagieren.

Sehen Sie Stress als Herausforderung, aber erkennen Sie, wann Sie Pausen brauchen.
Gönnen Sie sich regelmäßig Pausen und Erholung. Tun Sie etwas, dass Ihnen gut tut, sei es das Treffen mit Freunden, die Joggingrunde durch den Park oder der Kurzurlaub in eine interessante Stadt. Wichtig ist, dass Sie das Erlebte auch tatsächlich als entstressend empfinden und nicht, dass dies zu einem weiteren Stressfaktor wird. Vereinbaren Sie dazu Termine mit sich selbst in Ihrem Kalender und halten Sie sie ein.

Akzeptieren Sie das, was ist.
Dazu ist es wichtig, dass Sie zuerst einmal ganz genau hinschauen. Denn nur was erkannt wurde, kann auch adäquat verändert werden. Konfrontieren Sie sich mit der Realität und drehen Sie dann an den richtigen Stellschrauben.

Geben Sie niemals auf.
Sie kennen das? Beim morgendlichen Joggen nehmen Sie sich fünf Kilometer vor. Die Strecke ab 4,5 Kilometern empfinden Sie als anstrengend. Beim Zehn-Kilometer-Lauf aber, empfinden Sie erst die ab 9,5 Kilometern als herausfordern. Dasselbe beim Treppensteigen. Bei 8 Treppenläufen hüpfen Sie die ersten 7 Läufe die Stufen hoch, der letzte Lauf ist jedoch wieder anstrengend. Darum empfehle ich Ihnen. Sehen Sie bei dem was Sie tun, kein Ende, sondern richten Sie sich auf einen langen (Lebens-)Spaziergang mit kurzen Lauf- und Sprinteinheiten ein. Achten Sie darauf, dass Sie immer genug Energie haben, um weiterzulaufen.

Finden Sie Gleichgesinnte.
Schließen Sie sich mit anderen Menschen zusammen und bauen Sie verlässliche und dauerhafte Beziehungen auf. Der regelmäßige Austausch mit Gleichgesinnten hat eine besonders entstressende Wirkung.  Schöpfen Sie Energie daraus!