Die Art und Weise, wie Unternehmen sich heute entwickeln müssen, um langfristig Bestand auf dem Markt zu haben, hat sich in den letzten Jahren grundlegend verändert.

Wo es bislang ausgereicht hat, dass analytisches und strategisches Denken die Marschrichtung bestimmt haben, müssen sich Unternehmen heute breiter ausstatten.

 

Die Kunden von morgen sind bereits seit gestern informiert. Klick um zu Tweeten

 

Und das immer besser und schneller. Sie können Unternehmen, Dienstleistungen und Produkte ohne große Hürden vergleichen und nach ihnen gezielt online suchen.

Das macht es für Unternehmen schwierig, sich so sichtbar zu machen, dass sie auch (gerne) gefunden werden, aber auch, sich so zu positionieren, dass sie dem Zeitgeist der Kunden entsprechen.

Viele Unternehmen mit starren – fast schon behördenartigen Strukturen – werden hier scheitern, wenn sie nicht grundlegend aufräumen.

 

Und nein – es reicht nicht, eine 1-Mann-Marketing-Abteilung damit zu beauftragen, die Website und den Imageflyer etwas aufzuhübschen.

 

Unternehmen müssen heute in Lösungen von Kundenbedürfnissen denken und agieren.

Nicht in Unternehmensstrukturen.

Wir kommen um Flexibilität und Innovation nicht mehr drum herum. Denn nicht mehr das Angebot bestimmt die Nachfrage, sondern wie sehr ein Unternehmen die morgigen Probleme seiner Kunden wirklich verstanden hat.

Auch reicht es nicht, einfach nur Lösungen dafür zu bieten. Neue Unternehmer gehen auch hier einen Schritt weiter und verbessern in einer Art und Weise, wie es der Kunde selbst nicht für möglich gehalten hat.

 

That´s the different. 

 

Leitlinien-konformes Konzeptmanagement bringt hier alleinig keine Lösung. Genau an diesem Punkt muss Veränderung gewagt werden.

Neue Unternehmen nehmen sich Zeit und arbeiten Innovation aus den Bedürfnissen ihrer Kunden heraus. Um den neuen Anforderungen auf dem Markt gerecht zu werden, eröffnen sie eine neue Entwicklungsdimension. Eine, die auf Kreativität beruht.

 

Keine Sorge:

Kreativität ist nichts, was mit Chaos oder Abstraktion zu tun  hat – auch nichts mit bunter Farbe, Pinsel und Bastelutensilien.

 

Kreativität bezeichnet eine neue Art des Denkens, um Lösungen aus möglichst vielen Perspektiven sehen zu können.

 

Genau diese Form des Denkens ist es, die wir brauchen, um in der Entwicklung neuer Unternehmen weiter zu kommen.

 

Hier also ein etwas genauerer Blick auf Kreativität im Entwicklungsmanagement: 

 

Ein riesen Wurf im Entwicklungsmanagement fand recht früh statt (bereits in den 1960er), als Rhodes die Kreativität ins analytische Licht gerückt hat. Hierzu hat er alle unterschiedlichen Aspekte der Kreativität analysiert und so kategorisiert hat, dass er daraus ein Modell entwickeln konnte. Dieses Modell ist recht hilfreich, wenn es darum geht, die verschiedenen Faktoren der Kreativität zu verstehen. Es hilft dabei, genau zu erkennen, an welchen Stellschrauben eine Organisation drehen  muss, um zur Kreativität zu kommen.

 

Und genau das brauchen Unternehmen der neuen Zeit: Mehr Kreativität. Mehr Kreativität, um Prozesse, Strategien, Dienstleistungen und Produkte neu zu denken. Mehr Kreativität, damit menschliches Verhalten so ist, dass Dinge wieder funktionieren.

 

4P Modell der Kreativität nach Rhodes

Das Modell besteht aus vier Teilen:

Person, Prozess, Klima (Press) und Produkt.

 

Person

Für den kreativen Prozess ist die Haltung des Menschen entscheidend. Um überhaupt kreativ sein zu können, bedarf es einer Möglichkeits-Denke. Der Mensch, der für diesen Prozess vorgesehen ist, muss in der Lage sein, in Lösungen zu denken. Nicht (nur) in Problemen. Dieser Mensch muss sich so verhalten, dass Dinge machbar sind. Klingt simple – ist aber eine enorme Herausforderung. Hier setzen neue Unternehmer auf kreative Köpfe. Auf Menschen, die in Visionen und Ideen denken können. Mehr zu den Denkarten gerne hier.

 

Klima (Press)

Unter Klima versteh man in diesem Zusammenhang die Rahmenbedingungen und das Umfeld, in dem Kreativität stattfinden soll. Man kann einfach nicht in jeder Situation kreativ sein. Zeit ist dabei ein wesentlicher Faktor. Um neu denken zu können, bedarf es Raum und Zeit. Immer öfter nehmen sich die Teams, die an einer neuen Idee arbeiten, für 1-2 Tage raus aus dem Unternehmen und arbeiten an Orten, die frei von Ablenkung sind, gleichzeitig sie aber mit allem versorgen, was sie brauchen.

 

Prozess

Kreativität braucht einen Impuls – einen Auslöser, damit das Gehirn (übrigens beide Gehirnhälften) Originalität hervorbringen kann. Jahrelange Untersuchungen haben den kreativen Prozess evaluiert und daraus Modelle entwickelt. Wie ein kreativer Prozess funktionieren kann, liest Du hier oder erfährst Du live und in Farbe hier. 

Kreativität ist nichts Abstraktes, was bunten Menschen unter der Dusche passiert. Der Prozess ist strukturiert und folgt bestimmten Schritten, die zu gehen sind. Teams, Einzelpersonen, Organisationen können sich dazu diverse Modelle zur Hilfe nehmen. Kreativität ist also steuerbar und strategisch anzugehen.

Um Innovation aus Kreativität entstehen zu lassen, ist der strukturierte Prozess unabdingbar.

 

Produkt

Das Produkt ist als das Ergebnis zu sehen – ob es eine Idee, etwas Materielles oder etwas anderes ist, spielt dabei keine Rolle. Ein Ergebnis entsteht genau in der Schnittmenge der drei Teile Person, Prozess und Umfeld.

Dabei hat jeder Teil gleichermaßen Einfluss auf das Ergebnis. Nur so ist Innovation möglich.

 

It's Leave the Office Early Day! (2)

 

Kreativität ist die neue Intelligenz.

Der Vorteil, so vorzugehen, liegt auf der Hand: Die Wahrscheinlichkeit, dass der Mitbewerber ähnliches entwickelt, wird deutlich geringer. Genau so sind bekannte Innovations-Größen wie Steve Jobs vorgegangen und haben sich damit einen Wettbewerbsvorteil gesichert. Doch muss man nicht groß sein, um Innovation zu kreieren. Nur schneller oder eben besser.

 

Jeder wusste, dass es unmöglich war – bis ein Verrückter kam und es einfach machte.

Marcel Pagnol (französischer Schriftsteller, Dramaturg und Regisseur)