Negative Kommentare auf einen Blogartikel…

Harte Direktkritik wie ein Faustschlag ins Gesicht…

Gerede und Gemotze hinterm Rücken…

Kunden, die sich schlecht über Dein Angebot äußern…

Kollegen, die Dein Angebot zerreißen, um ihres als das Bessere darzustellen…

Menschen, die Deine Kompetenz in Frage stellen…

 

Wer jetzt sagt, Kritik würde ihm nichts ausmachen, kann weiter im Bällebad toben.

 

Jeder, der seine Idee zu einem Business gemacht hat, kennt diese Situationen. Sobald Du mit Deinem Angebot nach außen gehst, bist Du nicht nur für Deine Lieblingskunden sichtbar. Nein. Sondern auch für die harten Socken unter uns. Und das tut einfach weh. Weil sie Dein Baby kritisieren. Dein Herzblut. Deine Gedanken. Deinen Schweiß.

Natürlich gibt es die ebenso harte Socken unter den Unternehmern, die sagen: „Ach, danke für die Kritik. Da werde ich mal drüber nachdenken.“ oder „Danke für den Hinweis.“

Aber auch diese Socken merken diesen Nadelstich. Oder sie haben sich bereits soviel Narzissmus angeeignet, dass sie glauben, dass sie über alle Kritik erhaben sind und alle anderen eh keine Ahnung haben.

 

Warum üben Menschen überhaupt Kritik?

 

Weil sie interessiert an Dir sind. Punkt.

„Aber wenn der nur meckert, dann kann er doch woanders hingehen?“

Ja klar. Aber dann ist er nicht mehr interessiert.

 

Neulich bin ich bei einer Alten- und Pflegeheimkette gewesen. Der Leiter erzählte mir ganz stolz, dass sie die Kritik auf ein Minimum reduzieren konnten. Das Bild, was sich mir allerdings bot, war eher so, dass Kritik durchaus angebracht wäre. Warum nur gab es keine?

Weil sie die Kunden bereits verloren haben.

 

Nicht die Kritiker sind das Problem. Sondern die, die nicht mehr meckern. Klick um zu Tweeten

 

Es ist aus meiner Sicht ein Fehler, nun zu sagen: „Ich suche mir meine Kunden aus. Wer meckert, der hat mich nicht verdient.“ Warum ein Fehler? Weil Du einen interessierten (potentiellen) Kunden vor Dir hast. Und weil er vielleicht sogar Recht hat. Und Dich vielleicht auch weiterbringen kann.

Gehen wir nochmal an den Anfang:

Menschen, die Dir, gefragt oder ungefragt, ein Feedback geben, wollen Kontakt. Sie wollen den Austausch. Sie wollen Veränderung. Es ist Ihnen wichtig. So wichtig, dass sie Dir das mitteilen. Und jeder steht da, wo er eben gerade steht.

Was passiert, wenn Du diesen Wunsch nach Austausch verweigerst?

Richtig: Der Kunde lernt, dass es eh keinen Sinn macht. Und geht woanders ist. Und redet schlecht über Dich. Und motzt über Dein Angebot. Und stellt Deine Kompetenz in Frage. Und sagt Dir wie blöd Du bist. Und schreibt das zur Sicherheit nochmal in Deine Kommentare. Wobei wir wieder beim Nadelstich sind.

 

Ich kann aber mit der Kritik nichts anfangen. Sie ist völlig unpassend.

 

Ja. Das gibt es. Gehen wir aber wieder zum Grundbedürfnis zurück, dann bleibt das Bedürfnis des Kunden, sich auszutauschen. Kontakt zu Dir zu haben.

 

Nun gibt es genau drei Möglichkeiten, die sich für Dich auftun:

 

  • Nutz die Chance, die sich bietet und mach eine saubere Bedarfsanalyse und Einwandbehandlung. Finde also heraus, was Dein Gegenüber antreibt und was er braucht. Und wer weiß: Vielleicht passt ihr ja doch zusammen und Du hast das perfekte Angebot für ihn?
  • Nutz die Chance, die sich bietet und mach eine saubere Bedarfsanalyse und Einwandbehandlung. Finde also heraus, was Dein Gegenüber antreibt und was er braucht. Ihr stellt dabei beide fest, dass Dein Angebot nun wirklich nicht passt. Ihr trennt Euch im Guten und Du kannst ihm sogar noch jemanden empfehlen, der besser passt.
  • Nutz die Chance, die sich bietet und mach eine saubere Bedarfsanalyse und Einwandbehandlung. Finde also heraus, was Dein Gegenüber antreibt und was er braucht. Hier hast Du nun etwas über einen (potentiellen) Kundenwunsch gelernt. Jetzt kannst Du für Dich prüfen, ob Du Dein Angebot modifizieren möchtest, oder ob Du ihn als Kunden nicht haben magst.

 

Unabhängig, für welche Möglichkeiten Du Dich entscheidest – Du kreierst auf jeden Fall eine Win-Win-Situation für beide. Weil Du Raum für Wachstum schaffst. Für Dich und Deinen Kunden. So oder so ist die Chance groß, dass ihr beide mit einem besseren Gefühl raus geht. Oder rein 😉

 

Wie Kritikgespräche nutzbar gemacht werden

 

In dem Du aufhörst, Dich und Dein Angebot zu verteidigen. Ich weiß. Wenn es um das eigene Baby geht, hört der Spaß auf. Aber Du bist dann mitverantwortlich für eine Angreifer-Verteidiger-Situation. Und da kommt bekanntlich nichts Gutes bei raus.

Also hör auf zu verteidigen.

Es geht nämlich gar nicht darum. Sondern darum, dass Du Dein Gegenüber verstanden hast. Und die Möglichkeiten für Dich dabei erkennen und nutzen kannst. Auch zu einem Nicht-Kunden kannst Du eine gute Beziehung aufbauen. Auch wenn es nur für den Moment ist.

 

Ernsthaft? Und die ganzen Trolle, die völlig unqualifizierten Hirn-Durchfall von sich geben?

 

Trolle sind Trolle. Stell Dir vor, Du hast ein kleines Kind. Du sitzt im Garten. Es kommt ein Wespenschwarm, der Euch aggressiv angreift.

Keine Zeit für Teestunde. Jetzt wird gehandelt.

Genauso ist es bei Trollen: Dein Haus. Dein Business. Deine Regeln. Halte Dir die Bude sauber. Kompromisslos.

 

Und was war jetzt nochmal mit dem:

 

„Danke für den Hinweis. Ich denke darüber mal nach.“

 

Nice try. Damit Löst Du Dich aus der Kommunikation. Mehr nicht. Und sagst eigentlich: „Geh mir nicht auf den Keks.“ Nur in höflich. Was den Kunden bewegt, weißt Du doch gar nicht. Und der Kunde weiß das auch. Also was hast Du gewonnen? Herzlichen Glückwunsch.

 

Mach es Dir also einfach und wähle aus den drei Möglichkeiten. Verhalte Dich so, dass Entwicklung immer möglich ist und nicht jeder Kritiker Dein Feind ist. Nutze die Macht der harten Socken, um auch Nicht-Kunden mit einem guten Gefühl gehen zu lassen. Neulich sagte eine sehr geschätzte Kollegin zu mir: „Jeder Nicht-Kunde bringt auch gleichzeitig drei Neue.“ Ein anderer Kollege sagte: „Blöde Dinge können zweierlei sein: schlecht oder eine Erfahrung.“

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(Quelle: Brainpool TV)

In diesem Sinne freue ich mich nun auf Kritik. Ich werde drüber nachdenken 😉

Katharina Stapel