Stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Mitarbeiterin Schulze und Mitarbeiterin Krause arbeiten bereits schon 10 Jahre zusammen und teilen sich ein Büro. Genau in diesem bekommen sie sich regelmäßig in die Flicken. Sie mögen und schätzen sich sehr. Nur jeweils eine Eigenart des Anderen sorgt für ordentlichen Zündstoff:

Frau Schulze ist ein absoluter Kreativkopf und für ihr chaotisches Wesen bekannt. Frau Krause hingegen ist ein sehr ordnungs- und strukturliebender Mensch. Sobald Beide an einem gemeinsamen Projekt sitzen ist der Konflikt vorprogrammiert. Frau Krause gibt immer eine übersichtliche Struktur vor, die von Frau Schulze nicht genutzt wird.

 

Beide sind unzufrieden und sehen die Ursache beim Anderen.

 

Üblicherweise ziehen Beide für ihre Sache in den Kampf.

Die Lösung ist jeweils dem geschuldet, wer gerade Oberhand hat. Eine langfristige Lösung, bei der Beide zufrieden sind und die im Sinne des Unternehmens ist, gibt es dabei nicht. Frau Schulz und Frau Krause erheben beide den Anspruch Recht zu haben.

 

Eine einfache Haltungsänderung führt dazu, dass aus Konflikten Lösungen werden

 

Konfliktregeln erleichtern das Ganze. Es hat sich durchaus bewährt, wenn Unternehmen für Ihre Mitarbeiter zu diesem Thema eine Fortbildung etabliert haben. Konflikte zu managen lernt man nicht im Konflikt, sondern, wenn keiner da ist. Die Regeln müssen nachhaltig geübt werden, damit sie im echten Konfliktfall präsent sind.

 

Die Paragraphen der Konfliktlösung

 

§ 1       Einer redet. Einer hört zu.

§ 2      Es geht nicht darum, eine Lösung zu finden.

§ 3      Es geht darum den anderen zu 100% zu verstehen.

 

Konfliktregeln

 

Regel 1

Ein Konflikt wird besprochen. Dabei gibt es so viele Sichtweisen, wie es Parteien gibt. Jede Partei erläutert ihre Sicht der Situation ausdrücklich in der Ich- Form. Du- Sätze werden vermieden. Der Sprecher berichtet zunächst sachlich; dann ergänzt er mit einem Gefühl („Das macht mich sauer“) und formuliert einen Lösungswunsch.

Regel 2

Der Zuhörer hat den Anspruch, alles Gesagte ganz genau zu verstehen. Dazu fasst er das Gesagte zusammen, um sicher zu gehen, dass er alle wichtigen Informationen hat. Er fragt bei Unklarheiten nach und lobt den Sprecher für seine Offenheit.

Regel 3

Es kommt zu einem Sprecher- und Zuhörerwechsel, wenn alle Seiten das Gefühl haben, dass alles gesagt und verstanden wurde.

 

Lösungsregeln

 

  • Alle Parteien schlagen für den Konflikt Lösungen vor, so dass mindestens pro Parteien zwei Lösungen da sind.
  • Jede Lösung wird nun kurz mittels der Konfliktregeln besprochen.
  • Jeder stellt sich die Future- Frage : „Wie geht es mir mit der Lösung in beispielsweise einem Jahr?“
  • Es wird sich geeinigt.

 

Fazit

 

Sobald Sie den Mitarbeitern ein lösungsorientiertes Konfliktmanagement vorleben und möglich machen, werden kleine Kriegsschauplätze am Arbeitsplatz deutlich weniger.

Gleichzeitig schaffen Sie einen Raum für Reflexion und Weiterentwicklung.

Sie sorgen somit für bessere Stimmung und stärkere Teamfähigkeit. Effektiveres Arbeiten ist wieder möglich.

 

Zeigen Sie Ihren Mitarbeitern, dass Sie ihnen vertrauen. Investieren Sie in deren Konfliktkompetenz und lassen Sie die Herausforderungen selbstständig meistern.