Konflikte lauern überall. Denn dort wo Menschen sind, sind Interessen, Meinungen, Bedürfnisse, Ziele und Erfahrungen. Nicht immer passen diese zusammen.

Entsteht eine Konfliktsituation schaltet das Gehirn meist auf Überleben. Jetzt geht es in den Kampfmodus. Bedeutet: Jede Partei versucht nun auf ihr Recht zu beharren. Der eigene Gewinn kann nur dadurch erreicht werden, wenn der andere verliert. Tatsächlich ist es so, dass die Wahrnehmungs- und Entscheidungsfähigkeit deutlich eingeschränkt ist. Die Sicht wird immer eingefahrener. An diesem Punkt sind keine konstruktiven und kreativen Lösungen mehr möglich.

Viele versuchen an diesem Punkt durch Sachlichkeit ihr Innenleben professionell zu überspielen. Sachlichkeit schafft aber nur, dass es zunächst so aussieht, als hätte man keinen echten Konflikt. Brodeln tut´s trotzdem. Kooperation, Kreativität und Lösungsorientiertheit gibt es nicht.

Innovative Führungskräfte haben für sich und Ihre Mitarbeiter eine Basis für zielorientiertes Konfliktmanagement geschaffen.

Sie haben einen Konflikt, wenn Sie merken, dass Sie sich unwohl fühlen, mit Dingen, die Ihr Gegenüber sagt oder tut. Manchmal ist es auch die Umwelt, die Sie zum Konflikt einlädt.

Sie befinden sich in der ersten Phase des Konfliktverlaufes- der Konfliktwahrnehmung. 

In der zweiten Phase geht es zunächst um Schuldzuweisungen. Das hilft das eigene Standing zu verdeutlichen und sich so zu positionieren, dass Überleben möglich ist. Wir analysieren die Situation für uns und suchen das Schuldübel- wir sortieren quasi die Situation. Das wiederum führt zu Angst und/ oder Aggressionen. Negative Gefühle sorgen für eine Hormonausschüttung, die lösungsorientiertes Denken unmöglich macht.

In Phase drei zeigt sich, wie Menschen geprägt sind. Es geht um Konflikthandeln. Drei Möglichkeiten existieren:

  • Gewinner- Verlierer Strategie (Gewinn steht im Vordergrund)
  • Gewinner- Gewinner- Strategie (Gemeinsamer Nutzen steht im Vordergrund)
  • Gewinner- Strategie (der Eigennutzen steht im Vordergrund)

Jede Partei kämpft nun mit seiner Strategie um den individuellen Gewinn. Je nach Rollenverteilung und Verhandlungsgeschick gibt es ein Ergebnis.

In der letzten, der fünften Phase kommt es zur Konfliktbewertung. Hier überlegen wir, ob der Konflikt für uns günstig gelaufen ist. Dann sehen wir diesen als erledigt an. Ist er das allerdings nicht, so haben wir noch eine Rechnung offen.

 

Gewinnen heißt nicht immer gewonnen zu haben Klick um zu Tweeten

 

Das Ergebnis eines Konfliktes sieht meist nicht nach einer guten Lösung aus. In der Regel wurden lediglich alle Überlebensstrategien ausgespielt, um ungute Gefühle zu vermeiden. That´s it. Innovative Unternehmen brauchen aber mehr.

Wie Sie sich als Führungspersönlichkeit lösungsorientiert verhalten:

  • Schaffen Sie einen sicheren Rahmen für Konflikte. Gehen Sie selbst mit gutem Beispiel voran und vermeiden Sie Schuldzuweisungen. Fragen Sie nie: „Wer war es?“ Sondern: „Wie konnte das passieren?“. Laden sie zum Konflikt ein.
  • Zeigen Sie emotionale Intelligenz. Bemerken Sie wo Ihr Mitarbeiter (und auch Sie selbst) steht. In einer Situation, die emotional stark aufgeladen ist, ist kein freies Denken mehr möglich. Unterbinden Sie hier Lösungsansätze. Vertagen Sie das Lösungsgespräch.
  • Sorgen sie immer für eine Win- Win- Strategie. Machen Sie Ihren Nutzen transparent und deutlich. Stellen Sie sicher, dass Sie auch den Nutzen Ihres Mitarbeiters verstanden und im Blick haben.
  • Durchlaufen Sie im Geist zusammen mit Ihrem Mitarbeiter unterschiedliche Lösungen. Mit welcher können Sie, im zeitlichen Abstand gesehen, am besten leben? Stellen Sie dabei sicher, dass die Lösung zum Leitbild und Ziel des Unternehmens passt.

Hier lesen Sie, wie ein gutes Lösungsgespräch aufgebaut ist.

 

Nehmen Sie deutlich die Rolle der Führungskraft ein

 

Das Ergebnis muss verlässlich sein. Machen Sie deutlich, dass eine Lösung verbindliches Verhalten voraussetzt. Sowohl von Ihnen, als auch von Ihrem Mitarbeiter. Legen Sie klare Regeln fest, was passiert, sollte sich der Mitarbeiter nicht an diese Regeln halten.

 

Konflikte sind mehr als nur notwendiges Übel- ergreifen Sie die Chance

 

Streit- oder Konfliktgespräche können dazu dienen, die Beziehung zu dem Gegenübers zu vertiefen. Konflikte führen genauso zusammen, wie sie trennen können. Sie haben bei einem Konfliktgespräch die Chance, den Ursachen für das Andersdenken auf den Grund zu gehen und Bedürfnisse zu erfahren. Unzufriedenheit hat immer einen Ursprung– diesen können Sie hier herausfinden. Nur dann besteht die Chance auf langfristige Lösung.

Fragen Sie sich immer:

  • Welche Standpunkte haben sich gezeigt?
  • Welche davon waren neu?
  • Welche wurden besonders hervorgehoben?
  • Welche Punkte kamen überraschend?

Das schafft Raum für Veränderungen, die sich positiv auf die Arbeit in Ihrem Unternehmen auswirken können. Ergreifen Sie also die Chance und etablieren Sie ein optimales Konfliktmanagement.