Stellen Sie doch einfach mal die Frage: Wer ist der wichtigste Mitarbeiter im Unternehmen?

Sie erwarten bitte zwei Reaktionen:

Die erste: „Natürlich alle! Die Summe des Ganzen ist nur so gut wie seine Teile.“

Geht man in die Diskussion und lässt die Moral mal so ein bisschen hinten an, bekommen Sie die zweite Reaktion, in der einzelne Mitarbeiter in ihren Rollen diskutiert werden. Ganz hartgesottene landen dann übrigens bei der Führungskraft.

Was Sie vermutlich eher selten in der Diskussion darum erleben werden ist die Frage nach der Definition eines Mitarbeiters. Die wird selbstverständlich als etwas angenommen, was es vermutlich gar nicht ist.

Grundlage einer jeden Diskussion sollte es doch sein, dass alle über das selbe sprechen?

Was ist denn ein Mitarbeiter?

Die meisten antworten hier mit:
„Jemand der einen Arbeitsvertrag hat und Geld dafür bekommt, dass er seine Leistung zur Verfügung stellt.“

Bohrt man hier weiter nach, stellt man fest, dass es Branchen gibt, die aufgrund von Mitarbeitermangel (Mitarbeiter nach obiger Definitionsannahme) bereits Ehrenamt mit einplanen, um operativ handlungsfähig zu sein.

Ein Ehrenamtler bekommt weder Gehalt noch hat er einen Arbeitsvertrag. Also können wir die erste Definition aktuell zumindest vergessen.

Dann erfolgt meist ein weiterer Definitionsversuch:
„Jeder, der mitarbeitet.“

Ach guck. Das macht auf den ersten Blick Sinn.

Vielleicht sollte man dann jetzt die Frage stellen: Wer arbeitet denn nicht mit?
(Sie bekommen an der Stelle übrigens Gelächter, wenn Sie diese Frage stellen.)

Folgende Antwort kommt meist wie aus der Pistole geschossen:

„Einige unserer Angestellten/ Kollegen!“

Interessant.

Warum sind sie dann noch im Unternehmen beschäftigt, wenn sie doch keine Mitarbeiter sind? Und das auch noch gegen Geld? (Dann möchte ich auch übrigens bei Ihnen beschäftigt sein.)

Auch wenn die Aussage „Jeder der mitarbeitet“ sicherlich keinen fundierten Definitionscharakter hat, so kann das zumindest eine Bedingung dafür sein, dass jemand als Mitarbeiter gesehen wird.

Und mit Mitarbeitern sollte man sich beschäftigen, sie führen, fördern, fordern und vor allem miteinbeziehen.

Denken Sie das Ganze etwas großflächiger, dann können Sie noch eine weitere Gruppe mit zu den Mitarbeitern zählen: Die (potentiellen) Kunden.

Der Kunde soll ein Mitarbeiter sein? Das klingt zunächst paradox, aber nur, weil Sie noch an der veraltet Definition hängen. Vermutlich. Nehmen wir weiterhin an, ein Mitarbeiter ist jemand, der mitarbeitet, dann ist der Kunde natürlich ein Mitarbeiter.

Wenn nicht, dann haben Sie ein Problem. Denn Ihr Unternehmen basiert darauf, dass Sie etwas produzieren oder tun, was ein Problem Ihres Kunden löst.

Wenn Sie schlau sind, dann sind Sie mit Ihrem Kunden im Kontakt, fragen ihn nach seinen Bedarfen, Ideen und holen sich Feedback ein. Diese Ergebnisse nutzen Sie um besser zu werden oder neue Dinge zu entwickeln.

So gesehen arbeitet der Kunde natürlich mit. Sie müssen ihn nur lassen.

Wenn Sie annehmen, was der Kunde sucht und ihn sogar davon überzeugen müssen, dass er Ihr Produkt braucht, dann haben Sie große Chancen, dass der Kunde sich verabschiedet. Oder gar nicht erst zu Ihnen kommt.

Vielleicht ist es gut, so mit jedem Mitarbeiter umzugehen.

Völlig egal, ob er Reinigungskraft ist, Servicekraft, Führungskraft bezahlt oder unbezahlt ist: Fragen Sie immer danach, was das Problem Ihres Mitarbeiter ist, was es lösen würde und handeln Sie danach.

Es geht also nicht um die Frage, wer ist der wichtigste Mitarbeiter im Unternehmen, sondern vielmehr darum, ob Sie jeden Mitarbeiter wirklich im Blick haben. Damit haben Sie vielleicht eine brauchbare Strategie, mit der Sie Ihr Unternehmen weiterhin nach vorne bringen können.

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